[Review] Garmin HUD

[Review] Garmin HUD
December 19 14:15 2013 Print This Article

Die ersten Eindrücke zum Garmin HUD hatte ich ja bereist in einem vorangegangenen Beitrag schon einmal geschildert. Jetzt gibts hier das ganze Review.

Wer das Garmin HUD oder Head Up Display noch nicht kennt, nochmal eine kurze Einführung. Es projeziert Navigationsrelevante Informationen auf die Windschutzscheibe, ähnlich wie in modernen Fahrzeugen bei BMW oder Audi zum Beispiel.

Dies hilft dem Fahrer die Augen auf der Straße zu halten, da er seinen Blick nicht mehr von der Fahrbahn abwenden muss um auf den Tacho zu sehen oder auf das Navi zu schauen. Das Garmin HUD ist mit Garmin StreetPilot für iPhone und den Navigon Apps für einige Android und Windows Phone Geräte kompatibel.
Lieferumfang und Unboxing:

In der Box befindet sich folgendes:

  • Garmin Head Up Display
  • Aufsteck Reflektor
  • Reflektor-Folie
  • Spannungsversorgungskabel
  • Benutzerhandbücher in verschieden Sprachen und Warhinweise

Technische Daten:

  • Abmessungen: BxHxT: 10.8 x 8.8 x 1.9 cm
  • Gewicht: 277g
  • Anzeigetyp: VFD (Vakuum-Fluoreszenz-Display)
  • Helligkeit: 7700 cd/m2
  • Farbtiefe: 2-Farb-Anzeige (grün und rot)
  • Betriebstemperatur: -15°C bis 70°C
  • Lagertemperatur: -40°C bis 85°C
  • Betriebsspannung: 10V bis 28V
  • USB-Stromausgang: 5V/2.1A

Installation und Test:

Garmin-HUD-03Die Installation des HUD’s ist eigentlich kinderleicht. Es wird nichteinmal Werkzeug benötigt. Die Projektor-Einheit lässt sich am Fußansatz horizontal als auch vertikal neigen um die bestmöglichste Anzeige zu gewährleisten. Die Fußplatte selbst ist sehr flexible und passt sich so gut wie jedem Armaturenbrett an. Nach dem Abziehen der Schutzfolie kann das HUD “angeklebt” werden, vorher jedoch die Fläche gründlich reinigen. Die Klebefläche ist ähnlich wie beim Clingo Universal-Handyhalter. Das Gerät lässt sich immer wieder umsetzen und es bleiben auch keine Kleberückstände im Fahrzeug. So kann das ganze auch für mehrere Fahrzeuge verwendet werden. Jedoch sollte man sich die Stelle dann markieren, denn die Folie die ihr noch anbringen müsst lässt sich nicht mehr verschieben.

Falls es einmal nicht mehr so gut haften sollte, die Klebefläche einfach mit warmem Wasser abspülen und sauber wischen. Vor der nächsten Montage jedoch darauf achten, dass es wirklich zu 100% trocken ist. Ich bin beeindruckt von dieser Möglichkeit und sie sitz, meinen Erwartungen zu Trotz, bombenfest auf dem Armaturenbrett. Nicht mal rasante Kurvenfahrten oder Tempo 250 km/h macht dem HUD etwas aus.

Um aber auch etwas zu sehen muss jetzt entweder die mitgelieferte Spezialfolie an die Windschutzscheibe geklebt werden oder man verwendet den Reflektor-Steckaufsatz. Dieser sieht dann nicht ganz so schön aus, aber es lässt sich genauso alles ablesen.

Wenn ihr die Folie verwendet testet vorher Groß mit eingeschaltetem Display wo ihr sie ungefähr anbringen müsst. Reinigt diese Stelle gründlich.

Für das Anbringen der Folie unbedingt die Hinweise im Benutzerhandbuch beachten!

Da ihr sonst die Folie zerstört und eine neue kaufen müsst. Im Benutzerhandbuch steht genau beschrieben wie ihr vorgehen müsst und welche Seite der Folie wie angebracht wird. Ich habe den Reflektoraufsatz verwendet, da ich es in einem Mietauto getestet habe.

Jetzt sind wir eigentlich schon fast fertig mit der Installation. Jetzt nur noch das mitgelieferte Stromkabel am HUD einstecken und die andere Seite kommt in den Zigarettenanzünder. Der Zigarettenanzünderstecker des Kabels hat auch noch einen USB Ausgang mit 2,1A. Damit könnt ihr dann euer verwendetes Smartphone gleichzeitig noch laden.

Die Stromversorgung ist kompatibel mit Spannungen von 10 – 28 V und eignet sich daher auch für LKW-Fahrer und andere Gerätschafte, welche mit 24 V laufen.

Die entsprechende Navigations-Software sollte schon auf eurem Smartphone installiert sein. Jetzt müsst ihr noch das HUD mit eurem Smartphone koppeln. Aktiviert Bluetooth und scanned nach dem Garmin HUD, dann einfach koppeln und fertig. Achtet darauf, dass ihr das HUD auch eingesteckt habt und es an ist, es sollte “PAIR” anzeigen.

Sobald all dies geschehen ist, könnt ihr die Navigations-App starten. Ich habe Navigon select verwendet und hier wurde das HUD automatisch erkannt und nach wenigen Sekunden erschienen auch schon die ersten Infos auf dem HUD. Jetzt einfach eine Route planen und die Anzeigen erscheinen auf dem HUD.

Was die einzelnen Symbole und Zeichen bedeuten solltet ihr euch auch im Benutzerhandbuch anschauen und verinnerlichen. Die meisten Sachen sind jedoch intuitiv.

Das Fahren mit dem HUD macht rießigen Spaß, es kommt zwar nicht an fest installierte Systeme heran, jedoch hilft es deutlich um mehr die Augen auf der Straße zu lassen. Besonders toll ist auch der Geschwindigkeitswarner, so zeigt ein kleiner Roter Punkt neber der Geschwindigkeit an, dass ihr zu schnell unterwegs seit. Jedoch ist diese Warnung abhängig von eurem Kartenmaterial. Neben dem Geschindigkeitswarner, werdet ihr auch noch gewarnt bei Staus und Blitzern. Dies sind jedoch wieder Pro-Dienste, welche ihr in der Navigations App dann kaufen müsst.

Dank der eingebauten Dimm-Funktion, reguliert sich die Helligkeit des Displays selbst und lässt sich sogar bei sehr starkem Gegenlicht noch perfekt ablesen. Einzige Schwachstelle die ich hier gefunden habe: Ist das HUD nicht mit einer Navigationssoftware verbunden, so bleibt das Display immer auf maximaler Helligkeit. Am Tag ist das kein Problem, aber nachts lenkt das sehr vom Straßenverkehr ab, da es richtig blendet. Warum der Lichtsensor nicht immer automatisch dimmt, sondern nur wenn die Navigationsapp aktiv ist, kann ich nicht sagen. Die Bluetoothverbindung allein zum HUD reicht nicht aus, es musste (in meinem Fall) Navigon select gestartet werden oder man schaltet es einfach ab.

Auch hier gibt es eine kleine Schwachstelle, da viele ja die Lademöglichkeit des Anschlusskabels nutzen wollen, wenn sie auch nicht die Navigation selbst benutzen. Es gibt einen Powerknopf am HUD selbst, der ist jedoch schwer zu erreichen je nach Positionierung des Gerätes und dann ist er auch noch in einer Vertiefung. Es reicht auch nicht ein einfacher kurzer Druck, sondern die Taste muss gehalten werden für eine kurze Zeit. Auch hier könnte man etwas nachbessern, da man nicht weiß, wie lange man halten muss. Solange der Knopf gedrückt bleibt, bleibt das Display an. Ich hätte hier erwartet, dass z.B. nach einer Sekunde lang drücken und halten das Display ausgeht. Es geht aber erst aus, wenn man die Taste wieder los lässt. Beim Einschalten das gleiche. Hier wäre ein Schalter am Stecker des Anschlusskabels evtl besser, da sich dieses meistens in besserer Reichweite befindet.

Garmin-HUD-02Ansonsten funktionierte das HUD tadellos bei allen möglichen Einsatzbedingungen. Jedoch hatte ich einige Probleme beim Zusammenspiel der Navigationsapp und dem Head Up Display.

Ob all diese Probleme auch für die anderen kompatiblen Navigationsapp zutreffen kann ich nicht sagen. Das erste Problem ist, wenn man jetzt z.B. einen Anruf am Smartphone bekommt, wurde auf dem HUD nur noch “no GPS” angezeigt. Manchmal konnte ich ein paar Minuten telefonieren, aber manchmal wurde auch gleich die Meldung angezeigt. Die Freisprechfunkton funktioniert weiterhin mit dem Smartphone ohne Probleme aber die Navigationsanzeige verschwindet. Ist man jetzt in einer fremden Stadt und ist auf die Navigation angewiesen, dann hat man jetzt ein Problem. Da sowohl der Bildschirm am Smartphone den eingehenden Anruf anzeigt, als auch das HUD selbst keinen Infos mehr ausspuckt.

Dies ist auch der Fall wenn eine beliebige App gestartet wird und damit die NavigationsApp in den Hintegrund verdrängt wird. Jetzt erhält man keine Anzeige mehr am HUD. Hier muss eindeutig nachgebessert werden. Ich habe auch Garmin bereits darüber vor langer Zeit schon informiert, jedoch gab es bis jetzt keine Lösung. Es gab zwar ein Update der Navigon select App, jedoch bestand das Problem weiterhin.

Navigon-connecting_serverEin weiterer negativ Punkt, was Navigon select betrifft: Fast immer wenn eine andere App sich in den Vordergrund drängt, sei es jetzt die Anzeige eines eingehenden Anrufes oder ihr öffnet die SMS App oder was auch immer und wechselt dann wieder zurück zur Navigon select App, dann wird euch auf eurem Smartphone die Meldung “connecting to server” angezeigt und diese verschwindet auch nicht mehr. Ihr müsst erst Navigon Zwangsbeenden und neustarten. Jedoch während die Meldung “connecting to server” auf eurem Smartphone angezeigt wird, so funktioniert währenddessen aber das HUD wieder und zeigt die korrekten Routeninfromationen an, auch die Sprachausgabe der App funktioniert weiterhin auf dem Smartphone, ihr habt halt lediglich kein Bild.
Dies dürfte daran liegen, dass die Navigon select App kostenlos für Telekomkunden ist und diese immer überprüft ob sie auch wirklich auf einem Gerät mit Telekomanschluss verwendet wird. So lässt sich die App nach der Installation auch nicht mit WLAN starten, sondern nur mit einer Mobilfunkverbindung. Dann wird die App aktiviert und fragt euch ob ihr euch Karten herunterladen wollt. Hier muss auch wieder etwas getrickt werden, denn wenn ihr einfach auf weiter weiter und download klickt, dann werden rund 1GB über euren Mobilfunkanschluss heruntergeladen. Das dauert nicht nur lange sondern durchbricht ziemlich sicher auch noch euer Inklusivvolumen, danach werdet ihr auf ein minimum gedrosselt und dann dauert es noch länger. Hier dann sofort nach der Aktivierung der App wieder WLAN anschalten und warten bis die Verbindung steht, erst dann auf weiter klicken und den Download starten. Alternativ können die Karten auch über den PC downgeloadet werden.

Die Problematik in Zusammenhang mit der Navigon App dürften nur die User betreffen, welche auch Navigon select verwenden werden. Ich denke mal, dass dieser “connecting to server” Bildschirm beim normalen Navigon gar nicht erst auftaucht. Jedoch werdet ihr wohl trotzdem eure Anzeige auf dem HUD während eines Telefongespräches verlieren.


Fazit:

An sich hat Garmin mit dem Head Up Display ein echt lobenswertes Navigationsgadget geschaffen. Hier würde ich mir wünschen, dass es in Zukunft mit normalen Garmin Navigationsgeräten wird, wie z.B. dem nüvi und Co.

Der Mehrwert bei der Navigation ist unabstreitbar. Wer schoneinmal mit einem Head Up Display gefahren ist, der wird es nicht mehr missen wollen. Klar sind die vorinstallierten der Fahrzeughersteller besser, jedoch gibt es diese nur bei den neueren Modellen. Somit bekommt man mit dem Garmin HUD eine kostengünstige und sehr gute Alternative für einen Preis von 150€.

Am HUD wäre es am wichtigsten, dass man sich um die Autodimmfunktion kümmert, bei nicht aktiver Navi-App. Ansonsten kann man HUD selbst nicht mehr viel verbessern. An der Navigationssoftware, vorallem Navigon select muss noch sehr viel nachgearbeitet werden.

Kleiner Tipp meinerseit noch um z.B. den Helligkeitsbug zu behenben: Ihr könntet unter anderem z.B. NFC-Tags verwenden, welche ihr in die Halterung oder Ablagefläche des Smartphones klebt und damit automatisch die Navigationssoftware zu starten. Bequemer und schöner ist vielleicht noch die Alternative mit einem Programm wie Tasker euch ein Profil zu erstellen. Sobald sich das Smartphone mit dem Bluetooth des Autos oder Garmin HUD verbindet soll dann die Navigations App gestartet werden.

Beachtet jedoch, dass der Bildschirm des Smartphones bei laufender Navigation immer an bleibt und auch GPS dauerhaft aktiviert ist, also am besten zumindest zum Laden anstecken oder mit weiteren Tasker-Spielereien den Bildschirm abschalten und GPS deaktivieren.

Weitere Infos gibt es auf der Garmin Seite, dort könnt ihr auch weitere Reflektor-Folien oder Aufsätze nachbestellen.

Peter
Blogger at Mobtivity
I'm using multi-billion dollar satellites to find "tupperware" in bushes.

Review Summary

5 out of 5
Lieferumfang
4.5 out of 5
Ausstattung
4 out of 5
Funktionalität
4 out of 5
Bedienung
4 out of 5

Gute Erweiterung für das Navi mit noch einige kleinen Bugs, welche aber nicht sonderlich groß auffallen. Wer viel mit Navigation fährt, dem kann ich dieses Gadget nur empfehlen.

4.3 Good 4.3 out of 5
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